Autor Thema: Restauration  (Gelesen 4958 mal)

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Offline Bobby

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Restauration
« am: 16. Juni 2004, 03:30:56 »
Servus Leute, habe leider keine Passende Rubrik für Restaurationsfragen gefunden (was mich irgendwie sehr wundert). Aber nichts desto Trotz meine Frage:
Ein Kumpel und ich haben uns einen 72er Opel GT (nen 1900er) zugelegt und er sah an sich (Karosserietechnisch) nicht sehr verkehrt aus. Da wir uns aber nun ans Restaurieren gemacht haben (er sollte eigentlich nur nen neuen Anstrich kriegen *g*) sind uns erhäbliche Rostlöcher aufgefallen. Nun ist es ja beim GT so, dass man die Problemstellen, durch seine kompakte Bauweise, schlecht erreichen kann.
Kann mir jemand Tips geben wie vorzugehen ist? Was ist mit Sandstrahlen? oder lieber Laugebad (hab ich in anderen Foren gelesen)? und danach? verzinken? und was würde das im einzelnen alles kosten?
Anmerkung: Aus- und Abbaumaßnahmen müssen keine mehr getroffen werden, da wir die Kiste bis in ihre einzelteile schon zerlegt haben.

Schonmal besten Dank für eure Antworten!

MfG der Bobby

Offline Radnor

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Restauration
« Antwort #1 am: 16. Juni 2004, 07:21:24 »
Hallo Bobby,

zuersteinmal herzlich willkommen als 100. Mitglied

Was die (fehlende)Rubrik für Restaurationsfragen angeht, bist Du hier in dieser schon genau richtig

Wo sind denn die Problemstellen die Du schweißen möchtest? Ohne genauere Beschreibung ist es sehr schwierig konkrete Tipps zu geben.

klaus

Gruß Klaus, GT Club Vorderpfalz
:hut:                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     :flitz:

Offline Hubi

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Restauration
« Antwort #2 am: 16. Juni 2004, 08:19:39 »
Hallo!
Erstmal Sandstrahlen oder Ablaugen...
Ich würde Sandstrahlen empfehlen, es ist weniger aggressiv. Beim Ablaugen hast Du den Nachteil, es wird Säure und Lauge verwendet. Bleiben durch schlechtes spülen irgendwelche Reste übrig rostet das Ganze danach 10mal so schnell.
Link Ablaugen
Link Sandstrahlen und spritzverzinken
Ich hab mich also für´s Sandstrahlen entschieden. Danach kann man das ganze noch Spritzverzinken lassen. Ich bin bei der Firma Polt Kunde, die ist 20km von mir, also supergünstig.
Wegen schweißen werd ich auch noch´n bissel was schreiben aber später...
mfg

Offline GT-Yeo

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Restauration
« Antwort #3 am: 16. Juni 2004, 09:05:27 »
Hi,

ich habe meinen ersten GT sandstrahlen lassen - von unten sowie von innen. Ich würde es im Nachhinein nicht nocheinmal machen, da ich den Sand trotz Drehgestells nur sehr sehr schwer (ein Rest bleibt immer übrig) aus den Hohlräumen bekommt.
Wichtig beim Sandstrahlen. Vorher Unterbodenschutz entfernen und an einen Fachbetrieb wenden. Möglichst nicht den Lack runterstrahlen lassen, da das meist zu Wellen im Blech führt, wenn die Firma das nicht schon 100mal gemacht hat ;-)

Mit einem Laugebad hab ich keine Erfahrung.

In letzter Zeit hört man sehr viel vom Trockeneisstrahlen - das ist dem Sandstrahlen sehr ähnlich - nur das du eben keine Rückstaände hast.

Ich selber vertrau immer auf die guten alten "Negerkekse" und Topfbürsten - das schont das Blech - man spart Geld und bekommt ein absolut perfektes Ergebnis. Die 2 Stellen an der HA (wo die Dämpfer sitzen) kann man dann immer noch Strahlen, da man dort nur sehr schwer reinkommt.

Danach ist ein guter Aufbau wichtig. Hier scheiden sich die Geister.
Ich werde diesmal eine Grundierung auftragen, die Nähte abkitten und dann einen POR-Lack aus dem Korrosionsschutzdepot verwenden.
In den Radhäusern dann eventuell noch ein wenig Unterbodenschutz oder die Lokaris verbauen - da bin ich mir noch nicht ganz sicher wie ich es mache.

MFG
Rouven

Offline Radnor

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Restauration
« Antwort #4 am: 16. Juni 2004, 09:30:17 »
Was das Ablaugen im Tauchbad betrifft kann ich Dir auch nur abraten. Ein Bekannter von mir wollte seinem GT auch etwas gutes tun und hat die Karosse im Tauchbad entlacken und anschließend im Fertan Tauchbad versiegeln lassen. Das ganze kostete ein Heidengeld (damals ca. DM 4000)

Bereits nach kurzer Zeit fing der GT dermaßen an zu rosten, wie ich es zuvor nur bei schlechten deutschen oder der salzhaltigen Luft ausgesetzen US Küstenfahrzeugen gesehen habe.

Also ganz klar, Daumen nach unten für diese ach so gepriesene Variante.

klaus

Gruß Klaus, GT Club Vorderpfalz
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Offline Hubi

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Restauration
« Antwort #5 am: 16. Juni 2004, 09:51:14 »
Hallo!
Kann nur das von GT-Yeo und Radnor bestätigen..
Hab den Unterboden meines GT´s auch erst mit der Spachtel und Heißluftfön gereinigt (Unterbodenschutz) den hartnäckigen Rest mit Flex und gezopfter Stahlbürste gereinigt. Karosserie außen mit Negerkeksen gereinigt (Lack und Spachtel). Verwinkelte Sachen wie Achsen und Motorraum hab ich gestrahlt oder strahlen lassen. Bei menem Manta hab ich dann rote Rostschutzfarbe drauf, danach Grundierfüller und Lack. Unterbodenschutz hab ich keinen, nur Überlackierbaren Steinschlagschutz im Spritzbereich. Holraumversiegelung mit Mike Sanders Hohlraumfett. Von Fertan kann ich nur abraten, es brigt so gut wie nichts.

Offline Projekt-3

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Restauration
« Antwort #6 am: 16. Juni 2004, 10:00:06 »
Moin ;
Mal meine Gedanken zum Thema Rubrik Restaurationsfragen ,
Denke Bobby hat nicht unrecht wenn er eine gesonderte Rubrik vermißt .
Momentan ist die Anzahl an Themen ja noch übersichtlich ,dieses wird sich aber sicher irgendwann auch ändern ( hoffendlich )
Nehmen wir mal ein Beispiel :
Jemand möchte wissen wie er seine Vorderachse sinnvoll restauriert ;Diese Frage stellt sich sowohl bei originalen GT`s als auch bei Umgebauten GT`s .
Also könnte ein Beitrag zu diesem Thema nach dem jetzigen verfahren durchaus in beiden Rubriken zu finden sein !
Anders sieht es aus bei der Frage : Wie lege ich meine Vorderachse tiefer  Dies gehört klar in die Rubrik Umbau .
Also mein Vorschlag 3 Rubriken :
1. Fragen / Anregungen / Probleme zur Originaltechnik  
2. dto für Umbauten
3. dto zur Restauration von Baugruppen die in beiden erstgenannten vorkommen .
Ansonsten weiter so
Du kannst es dir vorstellen ...also kannst du es bauen !

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Offline Radnor

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Restauration
« Antwort #7 am: 16. Juni 2004, 10:13:01 »
Hallo Walter,

keine schlechte Idee

Wenn die Zahl der Themen hier zugenommen hat, werden wir diese Idee aufgreifen und eine weitere Rubrik einführen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings würde eine weiteres Unterforum aber wohl eher zur Verwirrung als zur Übersichtlichkeit beitragen.

Warten wir mal ab was die Zukunft bringt, eine weitere Kategorie ist dann gleich eingeführt.

Also schreibt mal fleißig Beiträge, damit wir in Zukunft noch einige Unterforen erstellen müssen

klaus

Gruß Klaus, GT Club Vorderpfalz
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Offline Bobby

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Restauration
« Antwort #8 am: 16. Juni 2004, 11:19:52 »
Wow! Das geht aber schnell bei euch! ;)
Erstmal eindickes danke an alle die gepostet haben!
Zu der Problemstellen: also es sind erstmal jede Menge... die allergrößte sind die Bodenbleche, die waren wohl schonmal so gut wie durch und der Vorbesitzer hat einfach ne neue Lage Bleche drübergeschweißt, sodass die originalen nun wirlkich nichtsmehr taugen... naja neue sind bestellt... die ganzen anderen Löcher ziehen sich fast über die ganz Karosse: "Scheinwerferhölen", Türaufhängungen, Trittkante über der Schwellern, B-Säulen, hintere und vordere Kotflügel (bis jetzt nur aussen gesehen, in den Radläufen wurde noch nicht weiter nachgeschaut), dann die ganzen fenstereinlässe hintere Fenster und Heckscheibe...
Ich hoffe das wir nicht noch allzusehr finden, das wird so schon ne tolle schweiss- und blechanfertigungsarbeit...
Naja, ich werde das ganze nochmal mit meinem Kumpel bequatschen, habe ja schliesslich nicht die alleinige Entscheidungsgewalt.

Aber wie gesagt, erstmal ein dickes Danke, würde mich natürlich über weitere Anregungen freuen!

MfG der Bobby

Offline Radnor

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Restauration
« Antwort #9 am: 16. Juni 2004, 11:37:00 »
Hi Bobby,

wie sich das anhört, habt Ihr die Karosse noch nicht genau begutachtet. Dazu würde ich Euch allerdings dringend raten.

Besonderes Augenmerk solltet Ihr auf die Rahmen im Bereich der Befestigung des Motorträgers und dessen Verlauf nach vorne halten. Oftmals sind diese im Kurvenbereich noch vorne sehr stark vom Rost befallen.

Auch sind die Rahmen hinten im Bereich der Spiralfederaufnahmen und nach hinten oft ein großer Rostherd.

Sollten diese o.g. Rahmenteile bereits stark durchrostet sein, könnte das unter Umständen schon das *Aus-Kriterium* für die Karosse darstellen, da sich dann oftmals eine Restaurierung nicht mehr lohnt.

Bitte begutachtet die Karosse deshalb genau, bevor Ihr viel Geld für Blechteile ausgebt und hinterher evtl. feststellen müßt, daß sich die Restaurierung nicht mehr *rechnet*

Hoffe sehr, daß Ihr keine böse Überraschung erlebt.

klaus

Gruß Klaus, GT Club Vorderpfalz
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Offline Projekt-3

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Restauration
« Antwort #10 am: 16. Juni 2004, 12:41:21 »
Hy Bobby ;
Klaus hat schon eine Menge Problemstellen genannt ,du selber nanntest ebenfalls schon Kotflügel v + h ,schaut euch auch unteres Luftleitblech ,Batterieträger ,und im vorderen Radhaus greif mal nach "hinten-oben" (Übergang von A-Säule auf Kotflügelbefestigungskante) dort ist ein Sims ,kannst du dort von oben "reingreifen mangels Blechsubstanz " wirds heikel !Eine Fachgerechte Reparatur erfordert die Abnahme des Kotflügels !
Also gründlich durchschauen und realistisch den Aufwand durchrechnen ,GT-Blech ist rar und TEUER !!
Gruß Walter
Du kannst es dir vorstellen ...also kannst du es bauen !

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Offline Bobby

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Restauration
« Antwort #11 am: 16. Juni 2004, 12:46:57 »
okay, danke wir werden die problemstellen mal am wochende checken...
hoffe das ihr nicht rechtbehaltet *seufz*
das mit der rarität und den preisen haben wir auch schon schmerzlich feststellen müssen :(
ich hab ja noch ein verlockendes angebot für ne komplette Karosse für 450€... der besitzer meint sie ist noch relativ gut erhalten.. vielleicht sollten wir das mal ins auge fassen...

MfG der Bobby

Offline GT-Yeo

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Restauration
« Antwort #12 am: 16. Juni 2004, 16:06:08 »
Hi,

ich schließ mich den anderen an - schau dich wenn sich der Aufwand nicht lohnt/rechnet - nach was anderem um.
Passend dazu hab ich heute das erlebt:

http://www.sub3-forennet.de/cgi-sub3/ohf/YaBB.pl?board=154&action=display&num=18055

Hoffe die dir angebotene Karosse sieht nicht so aus ;-)

MFG
Rouven

Offline Hubi

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Restauration
« Antwort #13 am: 17. Juni 2004, 09:56:02 »
Hallo!
Also nun paar Worte zum Thema schweißen..
Auf gar keinen Fall sollte man einfach aufdoppeln und über den Rost und das alte Blech eins drübersetzen. Zwischen den beiden Blechen werkt dann lustig der Rost und das neue Blech rostet im Zeitraffer. Kann das von meinem GT voll bestätigen. Hab die letzten beiden Wochenenden damit verbracht nen halben Quadratmeter aufgedoppelte Bleche rauzuflexen (5 Trennscheiben verbraucht!).
So sollte man´s machen:
erstmal das angerostete und durchgerostete Teil raustrennen (werden komplette Karosserieteile ersetzt,die originalen Schweißpunkte mit Schweißpunktbohrer ausbohren)
- kleine Löcher von Zierleisten: Kupferklotz darunterlegen und einfach nen Schweißpunkt auf´s Loch setzen - glattschleifen (erst Schruppscheibe, dann Fächerscheibe). Meistens muß man dann nicht mal Spachteln oder verzinnen, die leichte Unebenheit geht beim Füller schleifen raus.
- Größere Löcher an nichttragenden Teilen an denen kein Verzug erwartet wird schweiß ich bündig und verschleif dann die Schweißnaht so das man nichts mehr sieht, der Rost hat hier überhaupt keine Angriffsfläche mehr. Vorsicht, die Schweißnaht ist immer härter als das restliche Blech, bei beanspruchten Teilen besteht die Gefahr des reißens!
- größere Löche an tragenden Teilen und Rep.-Bleche (Radläufe/Schweller ect.):
Hier wird das Blechteil mit einer Abkanntzange nach hinten um 1mm abgesetzt und da neue Teil dann ca. 5-10mm überlappend aufgepunktet. Steht keine Punktschweißzange zur verfügung, kann mit einer Lochzange im Abstand von 10-30mm gelocht und dann mit dem Schutzgasschweißgerät aufgefüllt werden.
Ganz wichtig ist hier das der überlappende Bereich mit einer hitzefesten Schweißpaste bestrichen wird. Die fließt beim Schweißen um den Schweißpunkt ohne zu verbrennen und konserviert später die Überlappung. Sonst entsteht wieder ein potentielles Rostnest!
Bei vorgrundierten Teilen ersetze ich den schwarzen Transportlack durch Rostschutzfarbe. Der schwarze Lack haftet meist nicht richtig auf dem Blech oder ist teilweise sogar auf Rost aufgetragen worden.
schwißende Grüße Hubi :-)

Offline speedy GT

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Re: Restauration
« Antwort #14 am: 23. November 2017, 16:47:17 »
Hi Leute,
Zitat: "Hab den Unterboden meines GT´s auch erst mit der Spachtel und Heißluftfön gereinigt (Unterbodenschutz) den hartnäckigen Rest mit Flex und gezopfter Stahlbürste gereinigt.  "

Ja Ja, das habe ich auch bei meinem ersten GT gemacht. War ne sehr mühsame und lange arbeit :knie:
Bei meinem jetzigen zweiten GT habe ich folgendes ausprobiert:
Unterbodenschutz ordentlich mit Abbeizer einpinseln und jetzt kommt der Trick: Die eingepinselte Stelle mit FrischhalteFolie abdecken und 1-2h einwirkenlassen. Danach kann man wunderschön den alten Unterbodenschutz mit einem Spachtel abschieben. Meistens bleibt sogar die originalGrundierung und Farbe erhalten. Man muß dann alles natürlich mit verdünner noch reinigen, und man kann mit dem neuen Lackaufbau beginnen. :zwinker:
Probiert es mal aus
Gruß
     Speedy GT