Autor Thema: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?  (Gelesen 6202 mal)

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Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #30 am: 28. Juni 2017, 17:40:05 »
Soo ich bin gerade zur Werkstatt gefahren. Mein Klassiker steht fein draußen im Regen. Die Aussagen von dem einen Cheff 2 darf man wohl nicht so ernst nehmen. Meinen Unmut über die widersprüchlichen Aussagen habe ich kunt getan. Jetzt habe die es mir genau erklärt. Und schon stehen sie besser da.
Und zwar:
1. Steckachse wird ja durch Lager gehalten war Quatsch. Fehlaussage Cheff 2 weil garnicht direkt an Projekt beteiligt.

2. Seegerring waren beide drauf. Einer nur halb bis schlecht weil zu weit geweitet.

3. Zu viel Spiel hat die Achse weil die Distanz-/Schmier-/Anlaufscheibe  zwischen dem kegelstirnrad und dem Differentialgehäuse verschlissen war. Diese war einmal beidseitig mit Nuten versehen welche die Ölschmierung gewährleisten sollte. Eine Seite war vom Gehäuse runter gerieben.
Für mich macht das nun Sinn. Es bedeutet meiner Meinung auch dass es nicht stimmt dass sich das Spiel bauartbedingt ergibt. Denn dort ist Verschleiß zu erwarten und somit auch durch Scheiben ausgleichbar.
Wie seht ihr das?
Andererseits müsste dieses Stirnzahnrad doch gelagert sein. Sollte das Lager nicht die achsiale Position vorgeben und nicht die Anlaufscheibe?
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Offline Reiner

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #31 am: 28. Juni 2017, 18:37:51 »
Spätestens hier würde ich mir die Frage stellen ob es nicht besser ist eine 2. Serie Achse zu suchen, wie eine 1. Serie Achse zu reparieren  :zuck:
das kann schnell mal ein Fass ohne Boden werden.

Allerdings sollte man erst wissen wie viel Spiel die Achse wirklich hat, denn wie bereits geschrieben  sind 0,6mm "normal"

Bilderquelle:
Auto Reparaturanleitung Band 161  Zug Verlag



Gruß Reiner
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Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #32 am: 28. Juni 2017, 18:43:40 »
Angeblich war es mehr als 1mm Spiel.
Wie ist das denn nun? Wie wird das kegelrad gelagert? Kann dass kegelrad im Normalfall in achsrichtung wandern?

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Offline Reiner

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #33 am: 28. Juni 2017, 19:01:30 »
Gruß Reiner
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Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #34 am: 28. Juni 2017, 19:15:00 »

Top danke
Hättest du vielleicht noch die Legende zu der Zeichnung? Bei mir ist dieser Eckige Käfig verbaut

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Online ER 55

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #35 am: 28. Juni 2017, 19:46:36 »
Na die Werkstatt würde ich doch Klatt mal wechseln?

Also wie hier schon geschrieben, und bevor das jemand noch glaubt, die Teile der Steckachse
1.Serie sind nicht kompatibel mit der Achse 2.Serie


hier im Bild (die obere) eine Steckachse der 2. Serie, und unten eine Steckachse der 1. Serie.

Man sieht deutlich bei der Achse 1. Serie, das Zylinderrollen Lager (ich glaube die heißen so?)
das im Achsrohr fest sitzt, auf der Steckachse selbst laufen die Rollen des Lagers,  diese Steckachse
lässt sich also sehr leicht aus dem Achsrohr, (wenn Seegering abgenommen) ziehen.

Bei der Achse 2. Serie,  sieht man das Kugellager mit dem Haltering, die werden bei der Montage fest
aufgepresst, und werden mit dem Halteblech am Achsrohr verschraubt.



Hier sieht man nochmals den Seegering mit der Steckachse, und nur hier wird die Steckachse gehalten.
Das hier konstruktionsbedingt Spiel vorhanden ist, dürfte ja wohl klar sein.

Die Achsrohre selbst, 1+2 Serie, haben andere Durchmesser, andere Bohrungstiefen und die Steckachsen
selbst, da wo die entsprechende Lager sitzen, andere Durchmesser.

Also wenn die Achse 1. Serie wirklich eingelaufen ist? würde ich doch wie schon von Reiner erwähnt
auf eine Achse 2. Serie umsteigen,

Gruß
Eberhard

Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #36 am: 28. Juni 2017, 19:52:40 »

OK aber wenn das doch alles so fix ist. Wie ist das Zahnrad denn geführt in axialrichtung? Ist das nur diese Scheibe dahinter? Die kann doch verschleißen, also dünner werden. Auch das Gehäuse kann einlaufen. Dann erhöht sich das Spiel. Dann müssen ausgleichscheiben her.
Oder sitzt das Lager des zahnrades in axialrichtung fest?


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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #37 am: 28. Juni 2017, 19:55:48 »
Na jetzt habe ich schon meine Steckachse ausgebaut,  :zwinker:

dann werde ich morgen mal die Zahnräder ausbauen, Bilder folgen :wink:

Gruß
Eberhard

Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #38 am: 28. Juni 2017, 19:56:34 »
Na jetzt habe ich schon meine Steckachse ausgebaut,  :zwinker:

dann werde ich morgen mal die Zahnräder ausbauen, Bilder folgen :wink:

Gruß
Eberhard
Wow super. Danke sehr
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Offline Reiner

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #39 am: 28. Juni 2017, 20:33:36 »

Top danke
Hättest du vielleicht noch die Legende zu der Zeichnung? Bei mir ist dieser Eckige Käfig verbaut

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Ist einfach nur ein Auszug aus dem Teilekatalog OpeL GT  :zwinker:

:link:



Gruß Reiner
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Offline WeHa

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #40 am: 29. Juni 2017, 07:25:12 »

OK aber wenn das doch alles so fix ist. Wie ist das Zahnrad denn geführt in axialrichtung? Ist das nur diese Scheibe dahinter? Die kann doch verschleißen, also dünner werden. Auch das Gehäuse kann einlaufen. Dann erhöht sich das Spiel. Dann müssen ausgleichscheiben her.
Oder sitzt das Lager des zahnrades in axialrichtung fest?



Das große Kegelrad ist direkt mit dem Korb verschraubt. Das Lager sitzt direkt auf dem innenverzahnten Absatz am Korb, in dem die Steckachse sitzt.
Beide Lagersitz im Differentialgehäusesind fix.

Das "Zahnspiel" zwischen Triebling und Kegelrad wird mit Hilfe von Passscheiben zwischen Lagerinnenring und der Anlagefläche am Korb eingestellt. Das gilt für beide Lager - links und rechts. Damit ist die Position des Korbes und auch des großen Kegelrades "fix"! Und das muß auch so sein. Wäre dort eine Verschleißscheibe eingebaut, würde sich das Zahnspiel zwischen Triebling und Kegelrad unzulässig vergrößern oder verkleinern und damit zu Verschleiß und Bruch führen.

Die Zahnräder im Differential werden bei der Montage "eingeläppt", sodass sie ein gleichmässiges Tragbild am Zahn aufweisen. Dazu ist es notwendig das Zahnspiel penibelst einzustellen - eine Verschleißscheibe an diesem Ort wäre da eine absolute Fehlkonstruktion!

Ein normales Schaltgetriebe überholen können viele Werkstätten - das kannst du, wenn du passendes Werkzeug hast auch selber machen. Ein Differential revidieren können dagegen nur die allerwenigsten. Ich habe hier in unserer Region (Ruhrgebiet) Wochenlang nach einer Werkstatt gesucht die das noch kann - bzw. in der Mechaniker arbeiten die soetwas überhaupt schon mal gemacht haben. Und die sind mittlerweile sehr rar gesät!

Ich rate dringend dir eine Werkstatt zu suchen die sich mit Differentialen wirklich auskennt und weiß was sie da tut!

Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #41 am: 29. Juni 2017, 09:53:52 »

Die Zahnräder im Differential werden bei der Montage "eingeläppt", sodass sie ein gleichmässiges Tragbild am Zahn aufweisen. Dazu ist es notwendig das Zahnspiel penibelst einzustellen - eine Verschleißscheibe an diesem Ort wäre da eine absolute Fehlkonstruktion!


@Reiner: Danke für den Link. Der Katalog hilft

@WeHa: Vielen Dank für deine Ausführungen. Jetzt kommen wir, so glaube ich, der Sache näher.
Aber genau um das Zahnflankenspiel geht es hier, glaube ich. Die Achse bewegt sich weil das Differential nicht richtig eingestellt ist. Die Zahnräder zueinander haben viel Spiel und lassen sich samt Welle hin und her schieben.

Wie wird das Zahnspiel eingestellt? An der Stelle gibt es ja kein Kugellager mehr, soweit ich die Zeichnung richtig lese? Also die Zahnräder im Differential sind direkt im Korb über die geläppte Flächen gesteckt oder? Also müssen dort doch auch Ausgleichscheiben vorhanden sein damit man das Zahnspiel einstellen kann. Und wenn ich das richtig verstehe kann man das Spiel auf "Druck" der Zähne nicht einstellen sondern nur auf "Zug" also "Spiel". Sehe ich das soweit richtig?

Wenn ja dann unterliegt diese Scheibe ja sehr wohl einem Verschleiß weil sie bei Kurvenfahrten, und somit bei der eigentlichen Funktion des Differentials, an beiden Teilen schleift (Korb/Ausgleichsgehäuse und Kegelrad Hinterachswelle).
Das man da konstruktiv kein Lager vorsieht kann ich sogar verstehen. Die Teile bewegen sich bei Geradeausfahrt ja nicht zueinander.

Was meint Ihr habe ich es soweit richtig verstanden?

Die Werkstatt hatte ich nach WeHa`s Antwort direkt nochmal kontaktiert. Mit Meiner Annahme dass die Zahnräder doch auf Lager sitzen müssten. Wenn Sie dass aber nicht tun dann hatte die Werkstatt ja soweit vollkommen Recht!? Man kann denen doch eigentlich gar keinen Vorwurf machen oder? Die sagten mir ja die Achse wäre Mist. Wenn das riesen Wellenspeil hauptsächlich durch das riesen Zahnspeil der kleinen Differnetialzahnräder zustande kommt dann haben die mir, glaube ich, alles richtig erklärt. (Bis auf der eine Cheff der mir was von Achsalgern Serie II erzählt hat).
 
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Online ER 55

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #42 am: 29. Juni 2017, 19:37:41 »
Bleiben wir doch erst mal an dem Ausgleichsgehäuse, und dessen Ausgleichkegelzahnräder,


hier (noch mit Sicherungsring) habe ich mal eine Fühlerlehre reingesteckt. Zwischen Achse und
dessen Ausgleichskegelräder. Gut zu erkennen ca. 0,5mm Spiel. Einen halben Meter weiter, am
anderen Ende der Achse fühlt sich das Spiel aber wie 1 bis 2 Millimeter an......



hier würde ein Spiel vorhanden (gelber Pfeil) sein, aber sobald der Seegering montiert ist, wäre das
unerheblich.  Durch die Kegelradachse und Seegering in der Hinterachswelle, ist das Spiel Konstruktionsbedingt
gegeben. Und wie schon gesagt die Kegelräder sind Fix montiert.



Einzig hier, wenn man durch die Bohrung der Steckachse schaut, könnte ich mir ein Verschleiß an der
Achse der Kegelräder vorstellen (2 flache Stellen links und rechts)?




hier das Ausgleichsgehäuse mit dem Tellerrad. Links und rechts die Kegelrollenlager, wo mit Distanzscheiben
das seitlich Spiel zum Triebling eingestellt wird. Was aber nichts mit dem Spiel der Hinterachswelle zu tun hat.

Nun mit der Aussage deiner Werkstatt, das die Achse der ersten Serie nicht so optimal ist, wie die der Achse
der 2. Serie hat Sie ja recht. Die Entscheidung, welche Achse Du nimmst, bleibt letztendlich bei Dir.

Aber falls Du erwägen solltest Deine Achse zu überholen? Würde ich mich doch mal mit Michael hier im
Forum Kontakt aufnehmen, der übernimmt solche Arbeiten, und was man so ließt recht gut,


Gruß
Eberhard


Offline WeHa

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #43 am: 29. Juni 2017, 21:06:46 »
@Eberhard - Bilder sagen mehr als 1000 Worte!  :tumb:

@Kajatan - Eberhard hat es prima erklärt. Das sollte jetzt auch der letzte begriffen haben. Das Spiel ist konstruktiv vorgegeben und
wird mit entsprechenden Passscheiben minimiert! Passscheiben sind KEINE Verschleißscheiben! Der unterschied ist dir bekannt?

- eine Passscheibe dient dazu Spiel auszugleichen oder einzustellen. Sie ist idR. aus Stahl und nur zwischen statischen Bauteilen eingebaut
- eine Anlauf- oder Verschleißscheiben ist ein vordefiniertes Bauteil, das andere Bauteile vor mechanischem Verschleiß schützen soll und ist
daher meistens aus Messing oder Bronzelegierungen gefertigt ... also weicher als Stahl

Der Tipp von Eberhard dich an den Michael hier aus dem Forum zu wenden ist sehr gut. Der hat schon einige Achsen revidiert und scheint
sich damit also sehr gut auszukennen! :tumb:

Hier sein letzter Post von heute: LINK



Offline Kajatan

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Re: Hinterachse 1. Generation nicht zu gebrauchen?
« Antwort #44 am: 30. Juni 2017, 10:48:04 »

hier würde ein Spiel vorhanden (gelber Pfeil) sein, aber sobald der Seegering montiert ist, wäre das
unerheblich.  Durch die Kegelradachse und Seegering in der Hinterachswelle, ist das Spiel Konstruktionsbedingt
gegeben. Und wie schon gesagt die Kegelräder sind Fix montiert.


Hallo Eberhard
Vielen Dank für deine detaillierten Ausführungen hier. Ihr seit TOP  :tumb:

Ich denke Eins nach dem Anderen ist hier der richtige Weg. Also versuche ich mal nicht alles in einem Post zu packen.
Hier meine 2 Fragen:

1.)
Den oben zitierten Satz von dir kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Spiel der Achse ist in Axialrichtung zur Kegelradachse durch die Kollision der Zahnräder begrenzt oder? Und nicht durch die Kollision Wellenkopf der Achse gegen Wellenaußenfläche Kegelradachse richtig?

2.)
in meinem Anhang zeige ich auf die Scheibe die bei mir runter geschlissen ist. Die Ölrillen einer Seite sind nur noch außen leicht zu erkennen. Wenn das der Fall ist erhöht sich doch das Spiel oder? Das sind doch genau die Ausgleichsscheiben womit das Zahnspiel eingestellt wird. Genau da wackelt's bei mir ordentlich.

Vielen Dank für eure Geduld mit mir, da ich es scheinbar doch noch nicht so ganz gerafft habe  :pfeif:
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