Autor Thema: Hydrostößel  (Gelesen 6449 mal)

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Hydrostößel
« am: 15. März 2007, 11:58:58 »
Hi,

der 1,9s-Motor hat eigentlich mechanische Stößel.
Der meinige Motor stammt aus einem Rekord und hat schon die 2 zusätzlichen Zylinderkopfschrauben am Wasserpumpengehäuse.
Jetzt stelle ich mir die Frage, was für Stößel mögen denn da drin sein?

Kann man einfach Hydrostößel und mechanische untereinander tauschen?
Braucht der Zylinderkopf nicht zusätzliche Ölbohrungen?

Für einen Tip wäre ich dankbar.

Grüße

Ralf

Offline Ewald

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RE: Hydrostößel
« Antwort #1 am: 15. März 2007, 12:20:02 »
Grüß euch Gott!
Ich habe zwar keine Antwort, aber dafür jede Menge Zusatzfragen.
Irgendwie sollen ja die Hydrostössel besser sein, warum?
Wie funktioniert denn das überhaupt?
Kann man die nicht relativ leicht tauschen, oder muss man da das ganze drumherum auch anpassen?
Wenn wer Zeit hat und mich Dummie ein bisschen gescheiter machen will, bitte.
Ewald

Offline Rudi Rüssel

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RE: Hydrostößel
« Antwort #2 am: 15. März 2007, 13:26:22 »
@ Ralf,
die Motoren mit Hydros haben soweit ich weiss eine andere Nockenwelle, ich glaube es sind andere bzw. zusätzliche Ölbohrungen im Kopf. Also einfach so mal die Mechanischen gegen Hydros tauschen geht glaube ich nicht. Schau mal im OHF nach, da ist schon einiges über Hydros geschrieben worden.


@ Ewald,
ich finde Hydros besser da nicht so oft das Ventielspiel nachgestellt werden muss, das ganze dann noch in Verbindung mit einer kontaktlosen Zündung ist einfach super wartungsfreundlich .

Wolfgang

Offline moonchild1967

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RE: Hydrostößel
« Antwort #3 am: 15. März 2007, 14:12:20 »
Es mag sein, dass Hydros wartungsfreundlicher sind, aber drehfreudiger wird er ohne Wenn und Aber mit mechanischen Stößeln. Zudem muss man bei mechanischen Stößeln auch nur max. alle 5.000 km die Ventile einstellen. Und úm diese Laufleistung zu erreichen brauche ich bei meinen Oldies mindestens 5 Jahre ´wink´. Also ich würde da nicht auf Hydros umrüsten, sehe da keinen unmittelbaren Vorteil darin.
Never Touch A Running System!!!

Offline Juergen

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RE: Hydrostößel
« Antwort #4 am: 15. März 2007, 14:28:28 »
Hallo,

Anbei mal zwei Bildchen von solchen Stößeln.
Sind zwar nicht baugleich mit unseren Opel-Stößeln, aber das Prinzip ist das Gleiche.

http://members.aol.com/ingbilly/images/tsth01.jpg

http://members.aol.com/ingbilly/images/tsth02.jpg

Grüße
Jürgen

Offline alzenGT

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RE: Hydrostößel
« Antwort #5 am: 15. März 2007, 16:20:51 »
Hallo

Motoren mit Hydrostösseln haben eine andere Nockenwelle als Motoren mit mechanischen, auch wenn die Steuerzeiten meistens identisch sind. Der Unterschied zwischen beiden Nocken ist, dass die Hydro eine steilere Anlauframpe hat als die Mechanische. Im Klartext heißt das, dass das Ventil mit einer Hydrowelle theoretisch schneller beschleunigt wird und somit auch schneller öffnet. Ein mechanischer Ventiltrieb geht da theoretisch etwas langsamer zu Werke. In der Realität gibt es jedoch keinen Unterschied, da die Hydros durch das Ölpolster die Beschleunigung etwas abbremsen und dann gleichwertig mit den Starren sind. Wäre die Anlauframpe nicht so steil, würden die Ventile durch die Dämpfung langsamer öffnen.
Aus diesem Grund kann man normalerweise absolut problemlos Hydrostössel mit einer mecha-Welle kreuzen.
Starre Stössel kann man auch mit einer Hydro-Welle kombinieren, allerdings verkürzt sich dadurch die Lebenserwartung des Ventiltriebes, da die Beschleunigung, und somit die Kräfte, die auf die Komponenten wirken, stark ansteigen. Ps-mässig wirkt es sich aber positiv auf den Motor aus.

Die Hydrostössel haben den Vorteil, dass man sie nicht neu einstellen muss. Der große Nachteil ist, dass sie deutlich schwerer sind als die Starren:~88 g(leer) zu ~65g/Stössel. Dies ist ein großer Minuspunkt der sich deutlich auf die Drehfreudigkeit und -festigkeit auswirkt.
Die starren Stössel haben nur den Nachteil, dass man von Zeit zu Zeit neu einstellen muss, ansonsten, in meinen Augen, nur Vorteile.

mfg
Alain
 

Offline conrero

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RE: Hydrostößel
« Antwort #6 am: 15. März 2007, 17:41:17 »
Hallo,
da muß ich doch auch mal meinen Senf zugeben
Alain, schön geschrieben, ist allerdings genau umgekehrt, die Anlauframpe einer Hydrowelle ist etwas Flacher !! da die Hydrostössel etwas träge sind und bei einer steilen Rampe und hoher Drezahl nicht mehr mitkommen würden. Das ist auch der Grund warum im Motorsport mit sehr hochdrehenden Motoren immer mechanische Wellen eingesetzt werden. Fakt ist auch, daß eine Hydrowelle ohne weiteres mit mechanischen Stösseln gefahren werden kann, nur nicht umgekehrt !! wer es versucht riskiert es, daß die Ventile bei hoher Drezahl nicht rechtzeitig schließen.
Die Ölbohrungen im Kopf sind immer vorhanden, da es die selbe Durchgangsbohrung ist wie für die Stehbolzen und Kipphebel
Die angesprochene Dämpfung, ist keine Dämpfung, sonder ein kleiner Kolben der wie ein Hydraulikzylinder wirkt um das Ventilspiel auszugleichen indem er immer etwas Druck gegen die Kipphebel ausübt. Vorteil von Hydrostösseln mit einer Hydrowelle ist ganzklar der ruhige Lauf der Ventile und das sie nahezu wartungsfrei sind, Nachteil gibt es bei einem serien Motor keine.
Vorteil von mechanischen Stösseln ist, daß sie die Kurven der Nocke sofort auf den Ventiltrieb übertragen und so der Motor etwas "spritziger" wird, allerdings bei Serienmotoren nicht grade spürbar
Aber sehr gut geignet für den Motor-und Rennsport! Eine idiale Nockenkurve ( muß aber zum Motor passen) einer " heißen" mechanischen Nocke ist ein steiler Anstieg, damit das Ventil schnell öffnet, relativ lange geöffnet bleibt und dann schnell wieder schließt. Zu realisieren ist sowas nur mit mechanischen Stösseln.
Eine Nockenwelle für Rollenkipphebel zum Beischpiel, kann nur mit mechanischen Stösseln betrieben werden, da das Nockenprofil im Schnitt nahezu wie eine Null aussieht.
Ach ja, leider ist noch ein großer Nachteil der mechanischen Stössel der Preis ! für originale muß man inzwischen über 30 € pro Stück hinblättern.
Gebrauchte zu benutzen rate ich von ab, da die Laufflächen von Stössel und Nocke immer aufeinander eingelaufen sind !
Neue Stössel sind " immer " etwas ballig (r=5000 )
egal ob mechanisch oder hydro.
Um etwas Geld zu sparen kann man die Stössel auch ballig nachschleifen lassen, kostet ca. 8 € das Stück, macht jeder gute Motorenbau.

in diesem Sinne....
               Peter

Offline alzenGT

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RE: Hydrostößel
« Antwort #7 am: 15. März 2007, 20:10:29 »
Hallo,
@Peter: ist gut, du hast Recht, ich habe da einiges durcheinander geworfen. *Asche über mein Haupt*
Mit der steilerer Anlauframpe habe ich mich falsch ausgedrückt, wollte damit sagen, dass die Hydro sofort stark ansteigt, wogegen die Mecha flacher anfährt um das Spiel abzubauen

mfg
Alain

Offline Ewald

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RE: Hydrostößel
« Antwort #8 am: 16. März 2007, 13:55:00 »
Grüße und danke euch!
Ich hoffe, dass auch Ralf seine Frage beantwortet bekommen hat.
Ich kann mir jetzt schon etwas darunter vorstellen.
Ich habe aber plötzlich keine Lust mehr Hydrostössel einzusetzen, weil man da die Nockenwelle mittauschen muss.
Woran merkt man eigentlich, wenn die Ventile nachgestellt gehören? Alle 5000km ist ja gar nicht so selten. Bin zwar selber noch nicht so viel gefahren, aber der Vorbesitzer hat das sicher auch schon 10 Jahre nicht gemacht.
Ewald

Offline moonchild1967

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RE: Hydrostößel
« Antwort #9 am: 16. März 2007, 14:06:38 »
Man hört in der Regel, wenn es soweit ist ´wink´. Es fängt dann zu "klappern" an, zudem unrunder Motorlauf.

Harald
Never Touch A Running System!!!

Offline Ewald

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RE: Hydrostößel
« Antwort #10 am: 16. März 2007, 15:34:10 »
Grüß dich Harald!
Dann wirds wohl bei meinem schon doppelt fällig sein.
Das Klappern ist wahrscheinlich mit steigender Drehzahl immer lauter, oder?
Muss ich wohl in die Werkstatt damit.
Ewald

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RE: Hydrostößel
« Antwort #11 am: 21. März 2007, 14:28:00 »
Wow!!

Vielen Dank für die vielen Hinweise - habe schon eine bessere Vorstellung von dem Thema.
Allerdings weiss ich jetzt immer noch nicht recht, wie ich erkennen kann was in meinem Motor verbaut ist (Ist ja eigentlich ein Rekordmotor).
Haben die Nockenwellen irgendeine Kennung, welche man sehen kann ohne gleich alles zu zerlegen.
An den Hydrostößeln scheint man eher nichts erkennen zu können - da ich aber immer fleissig das Ventilspiel eingestellt habe-scheinen es ja mech. Stößel zu sein (Ich könnte mich jetzt über mich selber kaputtlachen).
Wie werden den Hydrostößel eingestellt (eine Grundstellung muß es doch auch hier geben!?)

Grüße

Ralf

Offline baker

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RE: Hydrostößel
« Antwort #12 am: 21. März 2007, 14:55:04 »
Hi,

Hydrostößel

Gruß Baker
Gruß Stephan

Offline Rudi Rüssel

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RE: Hydrostößel
« Antwort #13 am: 21. März 2007, 22:19:50 »
Zitat
Hi,

Hydrostößel

Gruß Baker


genau nach dieser Anleitung habe ich das auch gemach, hat super funktioniert, kann ich auch nur empfehlen....

Wolfgang

  • Gast
RE: Hydrostößel
« Antwort #14 am: 23. März 2007, 19:23:29 »
hi,

die Nockenwellen habe alle nur Gradangaben -wie erkenn ich jetzt ein Hydrostößelwelle .... oder einfach aus 2.0l.Mantamotor ausbbauen und fertig?
Nebenbei - war nicht der 2.0l-Rumpf identisch mit dem 1,9l?
So eine Stößel aus meine Motor sollte doch einfach ausbau sein (Kipphebel raus, kontrollieren was für ein Typ das ist und wieder rein??)


Grüße


Ralf