Autor Thema: war gestern beim Lackierer....  (Gelesen 6841 mal)

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Offline Rip

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #30 am: 17. Mai 2019, 10:47:45 »
Bei meinem Spengler/Lackierer steht ein Schild am Verkaufspult:
Stundensatz 150 Euro
Gruß Peter
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Offline R.E.

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #31 am: 17. Mai 2019, 11:16:57 »
Hallo, zwei GT Fahrer aus meinem Bekanntenkreis haben den GT hier lackieren lassen

https://autohobbymietwerkstatt.de/lackiererei/

Beginnt ab ca 1000 Euro mit Lack. Eventuelle Vorarbeiten natürlich ontop. Der Lackiermeister ist GTs sehr angetan und hilfsbereit.

Offline GT1100

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #32 am: 17. Mai 2019, 12:14:15 »
Hallo Peter

Alkohol :bier1: ist kein guter Berater.  :no: Hast Du Dir die Brille nicht geputzt. :lupe: Was stimmt den an diesem Preis nicht. Völlig durch die Decke gegangen. Also wenn Ihr mich verflucht aber zu DM Zeiten hätte er nicht mal daran  gedacht 300 DM/Std. aufzurufen. Er ist doch kein Zahnarzt und studiert hat er auch nicht....
Hier vergeht einem ja alles. :kotz:

Gruß GT 1100 Michael

Offline simon19

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #33 am: 17. Mai 2019, 12:19:58 »
Ich glaube wir müssen auch vorsichtig sein nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Natürlich sind auch Lackierungen ab 1000 Euro möglich: Alles einmal anschleifen und Farbe drüber (früher Verkaufslackierung genannt  :pfeif: ).

Die Lackierungen ab 10.000 € aufwärts: Komplett neuer Lackaufbau auf blankem Blech oben unten innen außen...
Und selbst hier gibt es noch diverse Abstufungen in welcher Oberflächenqualität man das ganze haben möchte.

Man kann da ein Buch drüber schreiben... Ich habe mich so viel mit der Materie beschäftig, dass einer der Lackierer von dem ich ein Angebot bekommen habe mich direkt einstellen wollte  :rofl:

Vg Simon


Offline Rip

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #34 am: 17. Mai 2019, 13:39:06 »
Wir haben generell ein Problem mit der Dienstleistung.
Unseren Kindern haben wir gesagt: lernt was ordentliches, studiert, IT ist die Zukunft.
Und jetzt fehlen uns die ganzen Lehrberufe in der Wirtschaft.

Weiters die Online-Bestellwut. Wir kaufen die Ware im Ausland, der Handwerker soll sie montieren.
Nun ist es aber üblich dass der Handwerker auch an der verkauften Ware verdient. Somit bleibt ihm nur der Handwerkspreis. Den schraubt er dann nach oben.
Von den Lohnnebenkosten ganz zu schweigen.
Es ist also ein Teufelskreis bei dem wir auch noch alle ein wenig mitmachen und teilweise Schuld tragen.
Der Handwerker kann ja gar nicht anders!

Und: es gibt Arbeit genug! Warum sollte ein Lackierer etwas verschenken wenn es genug Kunden gibt die den Preis bezahlen?

Ich bin sicher, die 150 sind der offizielle Preis der bei Versicherungsschäden verrechnet wird.
Eine Oldtimer Lackierung wird bei meinem Lackierer als separates Projekt berechnet, da kann auch Eigenleistung mit einfließen und wird beim Preis berücksichtigt.
Mein GT wird wahrscheinlich auch bis aufs Blech runtergeschliffen und komplett neue aufgebaut. Die 1989er Restauration muss komplett weggemacht werden.
Ich versuche aber noch leicht unter 5-stellig zu bleiben.
Gruß Peter
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Offline Opel GT/J

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #35 am: 17. Mai 2019, 17:11:29 »
ich sage mal die Arbeitsstunden beim Lackierer sind Wucherstunden.
Ich bin Tischlermeister hatte noch vor kurzem ein Geschäft ( jetzt Rentner),
ich nahm für die Stunde 54.- Euro und musste hochwertige Arbeiten machen,
das Material muss man noch dazurechnen.
Beim Lackierer ist die Grundierung, Füller, Spachtelmasse, Schleifpapier, Lack, Maschienenstunden noch lange nicht so teuer wie beim Tischler.
Man weiß ja was das Material kostet, es gib ja das Internet. Ich sag ja nichts,
der Lackierer soll auch am Material was verdienen.
Ich habe das mit meinen eigenem Augen ständig gesehen was an meinem GT gemacht wurde.
Bei meiner Lackierung Original Citrus Gelb wurde anschließend einen Klarlack aufgetragen.
Dabei hatte ich den Unterboden selbst komplett Eisperlgestrahlt, Bleche erneuert, grundiert, lackiert und versiegelt ( hatte ein zweiten Beruf als Kfz. Mechaniker).
Also wenn einer nicht weiß was er lernen soll, da geb ich einen Tipp der wäre "Autolackierer",
und später sich selbständig machen.
Gruß Bernd

Offline simon19

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #36 am: 17. Mai 2019, 18:40:28 »
Also wenn ich mein Gehalt als Ingenieur mal 2 nehme komme ich Brutto nicht mal in die Nähe von 100 oder gar 150 Euro Stundenlohn.

Wenn ich meine 40 Stunden Woche mit flexibler Arbeitszeit nicht so geil fände, würde ich mich selbstständig machen. Aber dann arbeitet man selbst und ständig  :zwinker:

Das Handwerk boomt. Mehr Aufträge als Firmen. Da würde ich auch diese Preise verlangen...

Und gerade die Abrechnung von Versicherungsschäden sind meiner Meinung manchmal kurz vorm Betrug, was große Markenwerkstätten abrechnen. Und die Versicherungen zahlen es blind und hinterher zahlen wir es über unsere Beiträge.

VG Simon


Offline amigo

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #37 am: 17. Mai 2019, 22:06:30 »
Hallo,

ich habe gerade einen aktuellen Sturm und Hagelschaden an meinem BMW E93 Cabrio, Haube vorn ,Haube hinten und alles drei Metalldachteile stark beschädigt durch Baumteile. Die zu bearbeitende und zu lackierend Gesamtfläche ist fast soviel wie ein ganzer GT. Für die gesamte Lackierarbeit sind 8,8 Std. angesetzt was einen Stundenpreis von 140€ ergibt...inclusive aller Materialien, und Autolack ist mittlerweile echt teuer. Da ist man dann aber beim reinen Arbeitslohn weit weg von 150€....ich denke abzüglich des Materials ist man bei knapp über 100€ reiner Arbeitslohn...und das bei Versicherungsabrechnung. Wer also privat für sein Hobbyauto, wo es ja auch meist nicht auf Zeit ankommt...der Lacker kann drangehen wenn er Zeit hat, wer also da 150€ für den reinen Arbeitslohn bezahlt wird abgezockt und ist selber Schuld. Ist nur meine Meinung, wir bedauern immer das alte Opel nicht soviel wert sind, muckieren uns hier wenn jemand 25000€ und mehr für TOP GTs haben will....finden dann aber teils 12000€ für ne Lackierung OK???? Das steht doch in keinem Verhältniss mehr....finde ich.


Gruß
Hanno

Offline rob

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #38 am: 20. Mai 2019, 19:45:10 »
Simon---da muß ich dich leider entäuschen .....unser drecks Staat macht es den selbständigen mittlerweile unmöglich irgendwie ein bischen Geld zu verdienen :  du zahlst ohne daß du einen Cent verdient hast über 300 euro Krankenversicherung :    die gehen davon aus daß du 1900 euro netto hast ....weniger geht nicht . -----und wenn du wirklich Geld verdienen willst arbeitest du mittlerweile ohne n freien tag !!-----ich hab dieses jahr noch keinen einzigen tag Urlaub gemacht ! .....

Offline Jeremy

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #39 am: 05. Juni 2019, 22:01:33 »
Nabend zusammen,

wenn ich das zu diesem Thema wieder lese, kommen mir wieder die Tränen.

War letzte Woche bei einem GT Fahrer, der 5 Scheine für eine blaue Lackierung hingelegt hat. Eine Spraydose hätte es auch getan.

Ein anderer GT Fahrer mit dem ich in Verbindung stehe, auch 5 große Scheinchen. Vorarbeit, Innen, Außen und Unten. Ein Traum! Weiss.

Da ich mit der Vorarbeit begonnen habe, den Boden fertig habe und den Innenraum original belasse, bin ich guter Hoffnung das ich da etwas günstiger davon kommen könnte.

Heute kam mein Nachbar der seinen orangenen ~1970 Camaro lackieren lassen möchte...
Er jammerte über stolze 2000. Alles komplett, inkl Demontage, alles.

Bei dem Lackierer fahre ich die Tage vorbei.

Jetzt mal ne Frage zur Qualität.
Der originallack darf ja nicht mehr verwendet werden. Dafür wurde Acryllack bereit gestellt. Obwohl aktuell ja Wasserbadierte Lacken verwendet werden.
Meine Frage kommt gleich...

Mein Arbeitskollege und andere Nachbar haben sich einen nagelneuen Tiguan und RS3 gegönnt. ORANGENHAUT! Beide. Ist das normal? Mein S5 und Golf 6 haben das nicht.

Was setze ich am besten ein für den GT? Ist Orangenhaut die Wasser basierte Variante?? Kostet der Acryl wesentlich mehr und ist dann garantiert glatt? Was handelt mann also beim Lackierer aus? Füller, Basis und 1, 2 oder sogar 3 Klarrlackschichten?

Über ein paar Infos zum Handeln würde ich mich sehr freuen.


Gruß Jeremy.
Nur ist schöner.

Offline simon19

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #40 am: 06. Juni 2019, 12:09:38 »
Die "Orangenhaut" ist auch bei Premiumfahrzeugen Standard. Mein 2011er Daimler hat das auch.

Ich denke, dass es weniger mit dem Material zusammenhängt sondern mit der Art der Applikation. Bei meinem GT wurden zum Beispiel alle Flächen schön glatt geschliffen, dann hat der Lackierer nochmal Füller gespritzt und darauf nass in nass den Basis und Klarlack. Ergebnis, ich habe auch diese leichte Strucktur im Basislack wie man das von OEM Lackierungen kennt  :zuck: Sehr schade....
Dem Lackierer kann man keinen Vorwurf machen, da er nach bestem Wissen und Gewissen nach dem Stand der Technik gearbeitet hat.

Aber ich glaube, wenn man den Füller final nass schleift mit 600-800er Körnung und darauf den wasserbasierten Basislack spritzt wird das genau so glatt wie mit Nitrolack. Weil im Basislack sind ja nur Farbpartikel in einer Trägerflüssigkeit welche komplett verdampft.

Es gibt aber auch für Oldtimer nach wie vor die Möglichkeit Nitrolacke zu verwenden. Die kann man bestellen.

Zum Thema 2000 €. Wenn er für 50 € die Stunde arbeitet (was er nicht machen wird) sind das 40 Stunden die er da rein steckt ohne Material. Basislack von Standox kostet ca. 160€ der Liter!!! Rechne mal, dass 1000 von den 2000 € nur Material sind (Lack, Füller, Spachtel, Verbrauchsmaterial, Klebeband,...). Dann stecken da nur noch 20 Stunden Arbeit drin. Was genau kann man in 20 Stunden von einer Lackierung erwarten? Meines Erachtens, absolut nichts...

Vg Simon


Offline 246GT

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #41 am: 06. Juni 2019, 12:29:10 »

Orangenhaut hat in erster Linie etwas mit der Einstellung des Lacks zu tun. Je dünner ein Lack eingestellt ist (mit der jeweils passenden Verdünnung ) desto besser verläuft er aber umso eher hat man auch Läufer. Da geht man gerne - auch in der Großserie - auf Nummer sich und stellt den Lack entsprechend dicker ein. Da läuft dann nichts aber er verläuft auch schlechter - Orangenhaut eben. Ich hatte meinen GT in einer Lackiererei machen lassen, die auch für einen Oldtimer Händler / Restaurateur arbeitet. Nur richtig teure Karren. Deren Lackierungen werden immer nachgeschliffen und dann aufpoliert. Das sieht dann fast aus wie Porzellan. Das wollte ich aber auch nicht. Meinen GT hat dann der Chef persönlich lackiert, wunderbar ohne Orangenhaut aber eben nicht nachgeschliffen.
Übrigens jeder der einen Klarlack auf seinem Auto drauf hat, kann die Orangenhaut mit 2000er Papier verschleifen und dann polieren. Ist ein wenig Arbeit.

Gruß, Hans-Georg
Lebt denn der Leo noch? Fahrgest. Nr. 2822995

Offline simon19

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #42 am: 06. Juni 2019, 13:05:39 »
Ich glaube Jeremy und ich reden nicht wirklich von Orangenhaut. Daher hatte ich es in "" gesetzt. Wovon ich rede ist die Struktur die man in modernen OEM Lackierungen im Basislack sieht.
Echte Orangenhaut ist ja wie du sagst durch schleifen und polieren leicht zu beseitigen solange der Lack dick genug ist. Normal wird jede Lackierung gefinished. Also Staubeinschlüsse und Läufer beischleifen und das Ding auf Hochglanz polieren. Allein dafür gehen sicherlich 3-4 Stunden ins Land.

Das was Hans-Georg da beschreibt, nennen die Amerikaner colour sanding. Dabei wird der komplette Klarlack spiegelglatt geschliffen und dann poliert. Oder es kommt nach dem schleifen noch mal Klarlack drauf, der dann wiederum geschliffen und poliert wird. Das macht man aber nur bei absoluten Show-Fahrzeugen und sieht sicherlich hammermäßig gut aus.

Vg Simon


Offline Rip

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #43 am: 06. Juni 2019, 19:56:26 »
So wie Simon und Hans-Georg schreiben hat es mein Lackierer auch vor.
Die Lackiergänge hab ich jetzt vergessen was er mir da alles im Fachjargon erklärt hat von wegen Verdünnung und Mischungsverhältnis und Übernebeln und so.
Wichtig war ihm auch dass der Lack an den Kanten nicht zu dünn wird.
Aber das abschließende Schleifen und Aufpolieren hab ich mir gemerkt.
Und das man beim Schleifen an den Kanten acht geben muss dass man nicht den Lack irrtümlich wegnimmt.
Hab mir 3 Ami Schlitten angesehen die er lackiert hat.  :tumb:
Gruß Peter
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Offline simon19

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Re: war gestern beim Lackierer....
« Antwort #44 am: 06. Juni 2019, 21:09:22 »
Bin jetzt schon super gespannt auf deinen Wagen, Peter.

Vg Simon